Kaffee im Fokus von OPSON VIII

In der 8. Auflage der Operation OPSON haben Europol und Interpol ein weiteres Mal erfolgreich Lebensmittelverfälschungen auf internationaler Ebene aufdecken können.

Die Robusta-Kaffeepflanze ist wesentlich einfacher zu kultivieren als Arabica-Kaffee, daher wird dieser auch günstiger angeboten. Schlecht ist Robusta deshalb nicht, allerdings wird dieser aufgrund des kräftigen Geschmacks und deutlich höheren Koffeingehaltes in erster Linie in Espresso-Mischungen verwendet.

Eine Schwerpunktaktion zielte speziell auf die Verfälschung von teurem Arabica-Kaffee mit günstigeren Robusta-Bohnen ab. Da häufig bei Kaffee „100% Arabica“ ausgelobt wird, darf in derart gekennzeichneten Kaffees kein Robusta-Anteil nachweisbar sein. Dennoch werden gelegentlich günstigere Robusta-Bohnen untergemischt, um den Profit zu steigern. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin war in dieser Schwerpunktaktion federführend. Unterstützung erfuhr das BVL dabei auch durch den Zoll, der Importdaten zu Kaffee zur Verfügung stellte. Es konnten insgesamt in neun Proben Arabica-Kaffeeproben in Deutschland, Portugal und der Schweiz gefunden werden. Allein in Deutschland wurden insgesamt 134 Proben von Januar bis Mitte Februar untersucht, von denen 3 (ca. 2%) Robustakaffee enthielten, obwohl dieser nicht gekennzeichnet war.

Der Nachweis des Robustakaffees ist über die Substanz 16-O-Methylcafestol möglich. Diese Substanz ist in Robustabohnen enthalten, nicht aber in Arabica-Bohnen. Auch das Tentamus Center for Food Fraud (TCF²) befasst sich mit dieser Thematik und bietet ebenfalls die Möglichkeit, 16-O-Methylcafestol zu analysieren. Die Analyse erfolgt mittels NMR-Technologie durch das Tentamus-Labor „Quality Services International GmbH (QSI)“ in Bremen. Die bei der QSI eingesetzte NMR-Methode hat gleich zwei Vorteile: zum einen ist sie deutlich schneller (Stunden statt Tage), als die aktuelle DIN-Methode DIN 10779, bei der nach sehr aufwendiger Probenvorbereitung die Messung mittels HPLC durchgeführt wird; zum anderen werden bei der NMR-Analyse nur wenige Milliliter Lösungsmittel verbraucht anstatt mehrerer 100 Milliliter und somit die Umwelt geschont.

Erfahren Sie mehr zum Thema Food Fraud unter https://www.tentamus.de/food-fraud

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