Qualitätssicherung: Handelsklassen, Vitamingehalte und Konservierungsmittel

Um Lebens­mittel, insbe­son­dere Obst und Gemüse in Handels­klassen einzu­ordnen, werden senso­ri­sche Lebens­mit­tel­checks durch­ge­führt. Bei der Bestim­mung der senso­ri­schen Eigen­schaften von Obst und Gemüse gibt es drei verschie­dene Handels­klassen. Diese Klassen lauten wie folgt:

  • Extra-Klasse (H. Extra): Früchte und Gemüse sind von einwand­freier Qualität, ohne Mängel in ihrer Textur, Form, Färbung und Größe
  • Handels­klasse I (H. I): Das Obst oder Gemüse weist leichte Abwei­chungen in Form, Farbe oder Festig­keit auf. Das Produkt kann einige Quet­schungen oder Kratzer aufweisen
  • Handels­klasse II (H. II): Die Frucht oder das Gemüse hat leichte Abwei­chungen in Form, Farbe oder Festig­keit: Das Obst oder Gemüse hat offen­sicht­liche Mängel. Fast alle biolo­gi­schen Produkte fallen unter diese Kategorie

Die Labore der Tentamus Gruppe führen zudem Unter­su­chungen durch, um den Vitamin­ge­halt eines Lebens­mit­tels zu bestimmen. Dies geschieht mit einem HPLC-Gerät oder durch LC-MS/MS. Nach den Empfeh­lungen der Gesell­schaft Deut­scher Chemiker (GDCh) können die Vitamine A, D, E, B12, Biotin und Folsäure um 30% des ange­ge­benen Gehalts abwei­chen. Die Tole­ranz für die Vitamine B1, B2, B66, C, Panto­then­säure und Niacin kann um 20% des ange­ge­benen Gehalts abweichen.

Mithilfe von LC-MS/MS können auch Konser­vie­rungs­stoffe in Lebens­mit­teln und Agrar­roh­stoffe über­prüft­werden. Zu den Konser­vie­rungs­stoffen gehören u.a. Benzoate, Nitrite, Sulfite und Sorbate, sind aber nicht darauf beschränkt. Konser­vie­rungs­stoffe werden verwendet, um die Halt­bar­keit zu verlän­gern oder die senso­ri­sche Erwünschtheit eines Produkts zu steigern.

Isotopenanalyse zur Herkunftsüberprüfung

Die Herkunfts­über­prü­fung durch die Methode der Isoto­pen­ana­lyse wird vor allem bei Produkten durch­ge­führt, deren Herkunft häufig falsch ange­geben wird. Da Lebens­mittel weitest­ge­hend aus biolo­gi­schen Elementen, wie Sauer­stoff, Kohlen­stoff, Wasser­stoff, Stick­stoff und Schwefel bestehen, können deren stabile Isotope mit denen von bekannten Refe­renz­proben vergli­chen werden.

Bei einer Isoto­pen­ana­lyse werden die Isoto­pen­ver­hält­nisse der biolo­gi­schen Elemente gemessen und mit den Verhält­nissen von Proben mit bekannter Herkunft vergli­chen. So entstehen erfass­bare und spezi­fi­sche Isoto­pen­muster, die die Über­prü­fung der Herkunft ermög­li­chen und somit die Konsu­men­tentäu­schung durch fehler­hafte Herkunfts­kenn­zeich­nung reduzieren.

Artikel 26(2) der Verord­nung (EU) Nr. 1169/2011 spezi­fi­ziert die Kenn­zeich­nungs­vor­schriften in Bezug auf die Herkunfts­de­kla­ra­tion oder des Ursprungs­landes eines Produktes.

Lebens­mittel, die häufig verfälscht werden, haben ihre eigenen Richt­li­nien, wie beispiels­weise Honig. Die Dekla­ra­tion der Herkunfts­an­gaben für Honig sind in der Richt­linie 2001/110/EG geregelt.

Weitere häufig von Verfäl­schungen und falschen Herkunfts­an­gaben betrof­fene Lebens­mittel sind:

  • Kaffee
  • Tee
  • Spei­seöle
  • Kräuter/​Gewürze
  • Baum­nüsse
  • Früchte
  • Gemüse
  • Fisch
  • Fleisch
  • Wein

Isoto­pen­ana­lysen tragen außerdem dazu bei die Rück­ver­folg­bar­keit von Produkten zu gewähr­leisten und entspre­chende Rück­ver­folg­bar­keits­sys­teme zu entwi­ckeln, um den Konsu­menten quali­tativ hoch­wer­tige Lebens­mittel zu bieten.

Was ist eine Isoto­pen­ana­lyse, und wie wird sie zur Über­prü­fung der Herkunft verwendet?

Isotope sind Atome, deren Kerne die gleiche Anzahl von Protonen enthalten, aber in der Neutro­nen­zahl abwei­chen. Isotope eines Elements verhalten sich chemisch gleich, können sich jedoch in deren Massen­zahl unter­scheiden, was wiederum zu mole­ku­laren Schwan­kungen führt. Nahezu jedes Element hat mehr als ein Isotop.

Beispiel: Kohlen­stoff-12 zum Beispiel würde 6 Protonen und 6 Neutronen enthalten, während Kohlen­stoff-13 6 Protonen und 7 Neutronen enthält. Obwohl Kohlen­stoff-12 das leich­tere der beiden Isotope ist, werden beide immer noch als Kohlen­stoff betrachtet.

Da diese Abwei­chungen aufgrund der Produk­t­her­kunft auftreten, hat das Produkt jedes Ortes einen einzig­ar­tigen isoto­pi­schen Finger­ab­druck“. Die Muster der Produk­t­her­kunft können mit Hilfe der Isoto­pen­ver­hältnis-Massen­spek­tro­me­trie (IR-MS) iden­ti­fi­ziert werden.

Die dabei unter­suchten Isotope stammen aus ökolo­gi­schen Ökosys­temen, die die Grund­lage der Nahrungs­netze bilden. Die am häufigsten analy­sierten Isotope in Lebens­mit­teln sind Kohlen­stoff-13 (δ13C), Schwefel-34 (δ 34S) und Stick­stoff-15 (δ15N) sowie Deute­rium (δ2H) und Sauer­stoff (δ18O).

Die Isoto­pen­ver­hält­nisse beziehen sich auf das Verhältnis der Neutro­nen­un­gleich­ge­wichte inner­halb eines Elements, d. h. das Verhältnis zwischen z. B. Sauer­stoff-18 und Sauer­stoff-16 (δ18O-Wert) gegen inter­na­tio­nale Refe­renzen (bei Sauer­stoff ist das VSMOW). Zunächst wird die Probe verbrannt bzw. pyro­ly­siert um die Elemente in die Gasphase zu über­führen, z. B. wird aus dem Schwefel das SO2 mit dem Isoto­pen­ver­hältnis der Probe. Dieses Verhältnis wird mit Hilfe eines Massen­spek­tro­me­ters unter­sucht, das einen Elek­tro­nen­strahl auf die Gasmo­le­küle schießt, und sie so ioni­siert. Das Massen­spek­tro­meter verwendet dann elek­tri­sche und magne­ti­sche Felder, um die Ionen auf die Detek­toren lenken. Somit können die Atome der Bioele­mente dem Tester einen Hinweis auf die Herkunft des Produkts geben.

Lebensmittel mit geschützter geographischer Herkunft

Die Euro­päi­sche Union verfügt über Quali­täts­re­ge­lungen zum Schutz des Rufs regio­naler Produkte, um die tradi­tio­nelle und land­wirt­schaft­liche Tätig­keit zu fördern.

Ein Lebens­mittel, das beispiels­weise eine Herkunfts­über­prü­fung erfor­dert, ist schot­ti­scher Whisky, da Whisky nicht als Scotch“ verkauft werden darf, wenn er nicht in Schott­land herge­stellt wurde. Ein weiteres Beispiel ist der Käse aus Noord-Hollandse Gouda, der eben­falls den Status einer geschützten geogra­fi­schen Angabe hat, da seine Herstel­lung auf Gouda in den Nieder­landen beschränkt ist.

Auch Beelitzer Spargel ist ein in der EU geschütztes Produkt. Erfahren Sie dazu mehr in unserem Blog Artikel zur Herkunfts­über­prü­fung von Beelitzer Spargel.

Diese und weitere Produkte werden in einem Isoto­pen­labor mittels Massen­spek­tro­me­trie getestet, um sicher­zu­stellen, dass die Isotope in der Probe mit den Isotopen in Refe­renz­proben der rich­tigen Region übereinstimmen.

Die korrekte Herkunfts­an­gabe auf dem Etikett eines Lebens­mit­tels baut das Vertrauen des Verbrau­chers gegen­über der Marke auf. Geogra­fi­sche Angaben von Produkten sind in Anhang III der Verord­nung (EG) Nr. 110/2008 aufgeführt.

Was verbindet der Verbrau­cher mit der Regionalität?

Eine Region hat sowohl räum­liche als auch sozio-kultu­relle Grenzen. Diese können geogra­fisch kleiner als ein Natio­nal­staat, aber größer als eine Gemeinde sein. In den meisten Fällen geben Natur­räume wie das Alte Land“, der Bodensee und der Spree­wald“ einer Region ihren Namen.

Wie trägt Tentamus zur Sicherung der Produktqualität von Lebensmitteln bei?

Die Tentamus Gruppe verfügt über spezia­li­sierte Labore auf der ganzen Welt, die Isoto­pen­ana­lysen zur Herkunfts­über­prü­fung durch­führen. Dies verrin­gert die Täuschung der Verbrau­cher, indem es eine Bio- und Herkunfts­über­prü­fung anbietet.

Die folgenden Analysen werden inner­halb des Tentamus Netz­werks durch­ge­führt, um die Qualität Ihrer Lebens­mittel zu über­prüfen und sicher zu stellen:

  • Bestim­mung der Herkunft mittels Isotopenanalyse
  • Pollen­ana­lyse von Honig (Bestim­mung der Herkunft)
  • Über­prü­fung der ausge­wie­senen Klassen von Spei­se­kar­tof­feln sowie Obst und Gemüse
  • Bestim­mung des Vitamin­ge­halts (mit LC-MS/MS)
  • Quali­ta­tive & quan­ti­ta­tive Bestim­mung von Konservierungsstoffen
  • Bestim­mung von Morpholin und den anderen 7 Aminoalkoholen
  • Frei­ga­be­ana­lytik (6 – 24h)
  • Quali­täts­si­che­rung in Bezug auf Honig und Tabakprodukten

Lebensmittelbetrug – falsche Herkunftsangaben

Tentamus hat außerdem das Tentamus Center for Food Fraud (TCF²) ins Leben gerufen, das Bera­tungen und analy­ti­sche Unter­stüt­zung bei der Aufde­ckung betrü­ge­ri­scher Akti­vi­täten im Lebens­mit­tel­be­reich bietet. Das TCF² verfügt über eine moderne Ausrüs­tung, die die genau­esten Test­ergeb­nisse und Methoden ermög­licht. Diese Ausrüs­tung besteht aus:

  • IR-MS (Isoto­pen­ver­hältnis-Massen­spek­tro­me­trie): Bestim­mung der Herkunft eines Produkts durch die Iden­ti­fi­zie­rung seines isoto­pi­schen Fingerabdrucks.
  • LC-IRMS (Flüs­sig­chro­ma­to­gra­phie gekop­pelt mit Isotopen-Radio­mas­sen­spek­tro­me­trie): Analy­siert einzelne Inhalts­stoffe, die in einem Lebens­mittel gefunden werden, um ihre einzig­ar­tige Herkunft zu bestimmen.
  • LC-HRMS (Flüs­sig­chro­ma­to­gra­phie gekop­pelt mit hoch­auf­lö­sender Massen­spek­tro­me­trie): wird oft verwendet, um Honig auf Verfäl­schungen und andere Mittel des Lebens­mit­tel­be­trugs zu untersuchen.
  • NMR (kern­ma­gne­ti­sche Reso­nanz­spek­tro­skopie): zur Bestim­mung der Struk­turen von z.B. Prote­inen, Amino­säuren, Lipidfrak­tionen und der Mobi­lität von Wasser in Lebensmitteln.
  • LC-MS/MS (Flüs­sig­chro­ma­to­gra­phie gekop­pelt mit Massen­spek­tro­me­trie): moderne analy­ti­sche Methode zur Iden­ti­fi­zie­rung von Spuren­stoffen in Lebens­mit­teln, z.B. Aller­gene oder Pestizidrückstände.
  • NGS (Sequen­zie­rung der nächsten Genera­tion): Unter­sucht die DNA- und RNA-Struktur von Lebens­mit­teln zur Bestim­mung von gene­ti­schen Veränderungen.
  • ICP-MS (Induktiv gekop­pelte Plasma-Massen­spek­tro­me­trie): Iden­ti­fi­ziert Konta­mi­nanten und toxi­sche Elemente in Lebens­mit­teln, z.B. Schwermetalle

Weltweites Netzwerk für Sicherung der Produktqualität

Tentamus verfügt über eine Viel­zahl von Stand­orten mit Isoto­pen­la­boren, die sich durch eine genaue Rück­ver­folg­bar­keit der Herkunft bewährt haben. Diese Labo­ra­to­rien sind Teil des Bereichs der instru­men­tellen Analyse, wobei poten­ziell schäd­liche Substanzen in Lebens­mit­teln auf ihre Konfor­mität über­prüft werden.

Übersicht der Labore für Isotopenanalyse der Tentamus Group in Deutschland

Folgende Labore aus der Tentamus Group bieten Isoto­pen­ana­lysen in Deutsch­land an:

Ihr Datenschutz ist uns wichtig
Wir benutzen auf unserer Website Cookies. Einige sind essenziell, während andere uns helfen, ihre Nutzererfahrung zu verbessern.
Datenschutzeinstellungen
Statistiken
Wir benutzen diese Technologien um die Nutzung dieser Website zu analysieren.
Kunden-Interaktion
Diese Technologien erlauben es Ihnen, uns über diese Website zu kontaktieren, z.B. über die Chat-Funktion.
Essenziell
Diese Technologien sind erforderlich, um die Kernfunktionalität der Website zu aktivieren.