1. Home
  2. News
  3. Nahrungsergänzungsmittel verkaufen – worauf müssen Sie achten?

Nahrungsergänzungsmittel verkaufen – worauf müssen Sie achten?

Damit Sie Ihre Nahrungsergänzungsmittel sicher in Verkehr bringen können, müssen diese analytisch überprüft werden. So gewährleisten Sie, dass Ihre Produkte verkehrsfähig sind – also frei von Kontaminanten und Rückständen, korrekt gekennzeichnet und die ausgelobten Gehalte von beispielsweise Vitaminen enthalten. In der Nahrungsergänzungsmittelverordnung sind die Vorgaben für Kennzeichnung und Zusammensetzung von Nahrungsergänzungsmitteln für den Verkauf in Deutschland geregelt.

 

Was zählt alles zu den Nahrungsergänzungsmitteln?

 

Nahrungsergänzungsmittel gehören zu den Lebensmitteln und sind laut Nahrungsergänzungsmittelverordnung (NemV)

  • dazu bestimmt die Ernährung mit Vitaminen und Spurenelementen zu ergänzen
  • aus Nährstoffen (Vitaminen oder Mineralstoffen) oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung bestehend und müssen in konzentrierter Form vorliegen
  • in dosierter Form zur Aufnahme in abgemessenen kleinen Mengen in den Verkehr zu bringen.

Sie werden hauptsächlich in Form von Tabletten, Kapseln, Ampullen oder Pulvern verkauft und unterscheiden sich deutlich von Arzneimitteln, denn diese dienen der Linderung oder Vorbeugung von Krankheiten oder Beschwerden. Nahrungsergänzungsmittel sollen lediglich die Nahrung ergänzen.

 

Unter welchen Voraussetzungen dürfen Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden?

 

Damit Sie Ihre Nahrungsergänzungsmittel ordnungsgemäß verkaufen können, sind einige Punkte zu beachten, welche wir Ihnen im Folgenden zusammengestellt haben:

  • Die Produkte müssen sicher sein. Hersteller und Vertreiber sind verantwortlich für die Sicherheit Ihrer Produkte
  • Verbraucher:innen dürfen nicht getäuscht werden
  • Alle Produkte müssen für den Verkauf in der EU vorgesehen sein und den Gesetzen und Verordnungen der EU (oder der jeweiligen Länder) entsprechen
  • Sie müssen beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit BVL registriert werden
  • Die Produkte dürfen keine medizinischen Angaben enthalten

 

Worauf müssen Sie besonders achten?

 

Es gibt immer wieder auftretende Probleme, die Sie als Hersteller oder Vertreiber von Nahrungsergänzungsmitteln kennen sollten, um diese bei Ihren Produkten zu vermeiden. Dazu gehören:

 

Kontamination mit Bakterien

 

Nahrungsergänzungsmittel können mit Bakterien belastet sein. Um sicherzustellen, dass während der Produktionskette keine pathogenen Keime in das Produkt gelangt sind, ist eine mikrobiologische Kontrolle zur Sicherstellung der Verbrauchergesundheit von essenzieller Bedeutung. Pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel sind zum Beispiel häufiger mit Salmonellen belastet, was ein gesundheitliches Risiko darstellen kann. Mit Salmonellen belastete Nahrungsergänzungsmittel können beim Konsumenten zu einer Salmonellen-Infektion mit Symptomen wie Durchfall, Bauchschmerzen und Kopfschmerzen führen.

 

Probleme mit der Deklaration und Health Claims

 

Aufgrund dessen, dass Nahrungsergänzungsmittel zu der Gruppe der Lebensmittel gehören, sind bei der Kennzeichnung die Vorschriften der Verordnung 1169/2011 erforderlich. Zu den verpflichtenden Angaben gehören laut Artikel 9:

  • Die Bezeichnung des Nahrungsergänzungsmittels
  • Eine Zutatenliste
  • Hinweis zu Stoffen, die Allergien und Unverträglichkeiten auslösen können
  • Die Menge von bestimmten Zutaten oder Klassen von Zutaten in %
  • Die Nettofüllmenge
  • Das Mindesthaltbarkeitsdatum
  • Hinweise zur Aufbewahrung und Verwendung
  • Firmenname und Anschrift
  • Ursprungsland oder Herkunftsland laut Artikel 26
  • Gebrauchsanleitung
  • Nährwertangaben

 

Zusätzlich müssen laut NemV die folgenden Informationen auf dem Etikett enthalten sein:

  • Für die Bezeichnung des Lebensmittels muss das Wort „Nahrungsergänzungsmittel“ angegeben werden
  • Name(n) der Nährstoffe oder Substanzen, die das Produkt charakterisieren und eine ernährungsphysiologische und/oder physiologische Wirkung haben
  • Die Menge, die für den täglichen Verzehr empfohlen wird (in Portionen)
  • Der Warnhinweis: „Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrsmenge darf nicht überschritten werden.“
  • Eine Erklärung, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden sollten
  • Eine Erklärung, dass das Produkt außerhalb der Reichweite von Kleinkindern gelagert werden muss

 

Health Claims

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Kennzeichnung von Nahrungsergänzungsmitteln sind die nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben, auch Health-Claims genannt. Es dürfen lediglich die gemäß der EU-Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 genehmigten nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben auf dem Etikett verwendet werden. So wird sichergestellt, dass Verbraucher vor irreführenden oder täuschenden Angaben auf den Produkten geschützt werden.

Bei nährwertbezogenen Angaben handelt es sich um Angaben, die vermitteln, dass das Produkt bestimmte Nährwerteigenschaften hat, wenn es einen bestimmten Nährstoff enthält bzw. nicht enthält, oder dieser erhöht bzw. reduziert ist. Beispielsweise handelt es sich bei den Angaben „fettarm“ oder „Ballaststoffquelle“ um nährwertbezogene Angaben. Damit ein Nahrungsergänzungsmittel als „Ballaststoffquelle“ bezeichnet werden darf, müssen min. 6g Ballaststoffe pro 100g bzw. 3g Ballaststoffe pro 100 kcal enthalten sein.

Bei gesundheitsbezogenen Angaben handelt es sich um Angaben, die vermitteln, dass das Produkt oder ein Inhaltsstoff im Zusammenhang mit der Gesundheit steht. In der Verordnung (EU) 432/2012 sind alle zugelassenen Gesundheitsangaben, welche die Reduzierung eines Krankheitsrisikos oder die Entwicklung und Gesundheit von Kindern betreffen und deren Bedingungen aufgelistet.  Zum Beispiel darf der Health Claim „Linolsäure trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei“ verwendet werden, wenn das Lebensmittel min. 1,5 g Linolsäure je 100 g und je 100 kcal hat.

Sie benötigen Unterstützung im Dschungel der Kennzeichnungsvorschriften? Kein Problem – Die Experten der Tentamus Group sind immer auf dem neusten Stand der rechtlichen Anforderungen und beraten Sie gerne. Wir prüfen außerdem die Deklaration Ihrer Nahrungsergänzungsmittel in vielen Sprachen.

 

Über- und Unterdosierung

 

In der Richtlinie 2002/46/EG ist genau festgelegt welche Vitamine und Mineralstoffe für Nahrungsergänzungsmittel verwendet werden dürfen. Diese sollten weder zu hoch noch zu niedrig dosiert sein.

Bei einer zu hohen Dosierung von Vitaminen und Mineralstoffen kann es zu unerwünschten gesundheitlichen Effekten führen. Das BfR hat Empfehlungen für Höchstmengen an Vitaminen und Mineralstoffen in Nahrungsergänzungsmittel veröffentlicht und einige Länder wie Frankreich und Dänemark haben nationale Regelungen, es gibt jedoch keine EU-weiten verbindlichen Gesetze. Eine Überschreitung der empfohlenen Tageszufuhr von Magnesium kann beispielsweise zu Diarrhoe und laxierenden Effekten führen.

Damit die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe überhaupt auf der Verpackung genannt werden dürfen, muss eine Referenzmenge eingehalten werden. In Verordnung EU Nr. 1169/2011 Anhang XIII sind die Referenzmengen für Vitamine und Mineralstoffe aufgelistet.

Für weitere Stoffe wie Aminosäuren, essenzielle Fettsäuren oder Ballaststoffe gibt es keine Richtlinie darüber welche in Nahrungsergänzungsmittel verwendet werden dürfen.

Damit die geforderten Referenzmengen für Vitamine und Mineralstoffe bei Ihren Produkten eingehalten werden, sowie eine Überdosierung ausgeschlossen werden kann, unterstützen wir Sie. Unsere Experten beraten Sie hinsichtlich der gesetzlichen Lage und untersuchen die Produkte hinsichtlich der enthaltenen Vitamin- und Mineralstoffmengen.

 

Ethylenoxid

 

In jüngster Vergangenheit wurden immer wieder Rückstände von Ethylenoxid in verschiedenen Produkten und unter anderem auch in Nahrungsergänzungsmitteln nachgewiesen. Bei Ethylenoxid handelt es sich um ein Pflanzenschutzmittel, dessen Verwendung in der EU verboten ist.

Die Labore der Tentamus Group sind schon seit Jahren Experten auf dem Gebiet der Analyse auf Pestizidrückständen wie auf Ethylenoxid sowie dem Umwandlungsprodukt 2-Chlorethanol. Die Analyse wird akkreditiert mittels GC-MS/MS mit einer Bestimmungsgrenze von 0,01mg/kg angeboten. Die Analyse dauert 3-5 Werktage und auf Wunsch ist eine Expressanalyse mit Ergebnissen innerhalb von 12 Stunden möglich.

 

Titandioxid

 

Bei Titandioxid ist ein Lebensmittelzusatzstoff mit der Nummer E 171, der häufig in bei Überzügen von Nahrungsergänzungsmittel aufgrund der weißen Deckkraft bzw. zum Schutz der Inhaltsstoffe vor äußeren Einflüssen verwendet wird. Die EFSA hat die gesundheitlichen Risiken ausgehend von Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff bewertet und geht von einer erbgutschädigenden Wirkung aus. In Frankreich ist die Verwendung von Titandioxid bereits verboten, eine Entscheidung für die EU steht noch aus.

Die Labore der Tentamus Group halten Sie stets auf dem neuesten Stand zu möglichen Verboten bezüglich Titandioxid in Nahrungsergänzungsmitteln, stehen Ihnen jederzeit beratend zur Seite und überprüfen Ihre Produkte auf den Gehalt von Titandioxid.

 

Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln auf Online-Plattformen

 

Damit Hersteller und Vertreiber ihre Produkte bei verschiedenen Online-Plattformen wie Amazon, Kaufland, Alibaba usw. als Nahrungsergänzungsmittel verkaufen können, ist einiges zu beachten, denn auch hier gelten wie im Einzelhandel gesetzliche Vorschriften.

Laut dem BfR wurden in der Vergangenheit häufig nicht angezeigte Nahrungsergänzungsmittel über Online-Shops verkauft, sodass hier die Kontrollen seitens der Behörden verstärkt werden sollen. Auch ob die Produkte den rechtlichen Vorgaben entsprechen und sicher sind, wird genau wie im Einzelhandel kontrolliert. Außerdem müssen im Online-Shop verpflichtende Angaben schon vor Kaufabschluss auf der Webseite zur Verfügung gestellt werden.

Damit Ihre Produkte sicher und rechtlich korrekt in Online-Shops verkauft werden können und Sie so keine teuren Rückrufe befürchten müssen oder vom Shop-Betreiber gesperrt werden, unterstützen wir Sie! Wir verfügen über das Know-how und beraten Sie gerne.

 

Bei Fragen zu unserem Service, kontaktieren Sie uns gerne. Unsere Expertin freut sich Ihnen weiter zu helfen.

 

Nicole Schröer
nicole.schroeer@tentamus.com
+49 30 206 038 133

Tentamus Labor in Ihrer Nähe