FDA: 80% weniger Nikotin in Zigaretten in den USA

Die US-Behörde FDA kündigt an zukünftig den Nikotingehalt in Tabak drastisch zu senken. Bis zu 80 % weniger Nikotin soll in Zigaretten enthalten sein und somit auch die Suchtgefahr verringern. 

Nikotin kommt natürlich in Tabakpflanzen vor und ist die Ursache für den Suchtfaktor des Rauchens. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Nikotinobergrenze in Zigaretten.

Gründe für die Reduzierung sind zum Einen die Gesundheitsrisiken, die durch das Rauchen entstehen und zum Anderen Studien, die aufweisen, dass Menschen weniger rauchen oder gar aufhören konnten, wenn sie zu Zigaretten mit geringerem Nikotingehalt wechselten.

„Den Nikotingehalt zu begrenzen, könnte in künftigen Generationen Kinder vor der tödlichen Entwicklung bewahren, dass aus dem Experimentieren mit Zigaretten eine Sucht wird“, sagt Mitch Zeller von der FDA.

 

Krebsforscher warnen

 

Inhaltsstoffe in Zigaretten werden in Deutschland im Tabakerzeugnisgesetz geregelt. Auch hier wäre eine drastische Reduzierung des Nikotingehalts möglich. Krebsforscher warnen allerdings, dass ein niedriger Nikotingehalt das Rauchen noch gefährlicher machen könnte, denn:

  • der Qualm und dessen Bestandteile, den Raucher einatmen, gelten für die Gesundheit schädlicher als Nikotin
  • greifen Raucher aufgrund des niedrigen Nikotingehalts künftig öfter zur Zigarette, so steigt das Gesundheitsrisiko

Daher sind auch Begriffe wie „mild“, „leicht“ oder „light“ mittlerweile in der Tabakwerbung verboten.

 

Revolutionärer Schritt

 

Trotz aller Risiken, halten deutsche Krebsforscher die Pläne der FDA als fortschrittlich – allerdings nur, wenn der Nikotingehalt unter die Schwelle von 2,4 mg Nikotin pro Gramm Tabak gesenkt wird. Bei höheren Grenzwerten oder einem schrittweisen Vorgehen bestehe die Gefahr, dass Raucher öfter rauchen, als bisher.

„Eine Simulationsstudie kam zum Ergebnis, dass dies auf Bevölkerungsebene zu einer deutlichen Verminderung des Tabakkonsums und der damit verbundenen gesundheitlichen Folgen führen würde“, so Ute Mons vom DKFZ.

 


Quellen: Spiegel Online / FDA

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