Wer benötigt
Hygieneschulungen?

Hygie­neschu­lungen sind grund­sätz­lich für alle Personen rele­vant, die in Kontakt mit Lebens­mit­teln (Herstel­lung, Verar­bei­tung oder Inver­kehr­bringen) oder zuge­hö­rigen Bedarfs­ge­gen­ständen kommen (z.B. Geschirr, Küchen­ma­schinen, Koch­uten­si­lien) kommen. Mitar­beiter müssen vor dem ersten Arbeits­an­tritt sowie anschlie­ßend in regel­mä­ßigen Zeit­ab­ständen im Infek­ti­ons­schutz sowie in der Lebens­mit­tel­hy­giene geschult werden.

Diese Vorschrift gilt für alle Mitarbeiter:innen, die in der Lebens­mit­tel­pro­duk­tion, dem Lebens­mit­tel­einzel- und Groß­handel oder in der Gastro­nomie tätig sind. Dies gilt zudem für alle Betriebs­an­ge­stellten glei­cher­maßen: ob Aushilfs‑, Saison- oder Zeit­ar­beits­kräfte oder der Lebens­mit­tel­un­ter­nehmer selbst, alle müssen sich den regel­mä­ßigen Hygie­neschu­lungen unter­ziehen. Die zustän­digen Behörden können jeder­zeit einen Nach­weis der Fach­kennt­nisse verlangen.

Hier gilt es vor allem zwei Pflicht­schu­lungen zu beachten:

  1. Beleh­rung nach § 43 Infek­ti­ons­schutz­ge­setz – die Erst­be­leh­rung muss hier zwin­gend vom Gesund­heitsamt oder durch einen vom Gesund­heitsamt beauf­tragten Arzt durch­ge­führt werden, die Folge­be­leh­rungen hingegen können vom Arbeit­geber oder einer dritten Stelle vorge­nommen werden, hier gilt es einen 2‑jährigen Turnus der Folge­be­leh­rungen einzu­halten (§ 43 Absatz 4 Infek­ti­ons­schutz­ge­setz).
  2. Schu­lung zur Lebens­mit­tel­hy­giene nach EU-Verord­nung (EG) Nr. 852 / 2004 – die Rege­lungen sind insbe­son­dere in Anhang II Kapitel XII Nr. 1 aufge­führt. Diese Schu­lung muss alle Hygie­ne­be­reiche mit einschließen, also die Lebensmittel‑, Personal- und Gerä­te­hy­giene. Auf Bundes­ebene wird diese Verord­nung in der Lebens­mit­tel­hy­gie­never­ord­nung (LMHV)umge­setzt, insbe­son­dere kommt hier § 4 LMHV zum Tragen. Diese Schu­lungen dürfen auch von einem externen Sach­kun­digen durch­ge­führt werden.

Die LMHV sieht jedoch auch Außnahmen für Hygie­neschu­lungen vor: die Pflicht zur Schu­lung greift nicht, wenn ausschließ­lich verpackte Lebens­mittel gewogen, gemessen, gestem­pelt bedruckt oder in den Verkehr gebracht werden, sowie in der Primär­pro­duk­tion von Lebensmitteln.

Zudem werden auch Personen von dieser Pflicht ausge­nommen, die eine wissen­schaft­liche Ausbil­dung oder fach­liche Berufs­aus­bil­dung abge­schlossen haben. Hier wird davon ausge­gangen, dass sie bereits während ihrer Ausbil­dung hinrei­chende Fach­kennt­nisse auf dem Gebiet des Umgangs mit Lebens­mit­teln einschließ­lich der Lebens­mit­tel­hy­giene erworben haben.

Neben der Lebens­mit­tel­wirt­schaft sollten auch weitere Bran­chen Hygie­neschu­lungen für ihre Mitar­beiter anbieten. Darunter fallen auch Unter­nehmen aus der Kosmetik- oder Arzneimittelindustrie.

Für Kosme­tik­her­steller gibt DIN EN ISO 22716 (Kosmetik-GMP) die Leit­li­nien zur Herstel­lung kosme­ti­scher Mittel vor. Die Betriebe werden dazu ange­halten, ein Hygie­nekon­zept einzu­führen und die Mitarbeiter:innen entspre­chend zu schulen, um so eine hohe Produkt­si­cher­heit zu gewährleisten.

Regel­mä­ßige Schu­lungen müssen auch die Mitarbeiter:innen in der Arznei­mit­tel­pro­duk­tion besu­chen, so schreibt es der EU-GMP-Leit­faden vor.

Ferner müssen diese bereits vor dem ersten Einsatz einer GMP-rele­vanten Tätig­keit in den Grund­lagen unter­wiesen werden. So kann garan­tiert werden, dass die Verbraucher:innen zu keiner Zeit einer Gefahr durch eine unge­nü­gende Herstel­lungs­qua­lität ausge­setzt werden.

Lebensmittelhygieneverordnung:
Rechtliche Grundlagen

Um die Lebens­mit­tel­si­cher­heit zu gewähr­leisten und damit Verbraucher:innen vor lebens­mit­tel­be­dingten Gesund­heits­schäden zu schützen, wurden auf euro­päi­scher sowie auf natio­naler Ebene unter­schied­liche Verord­nungen verabschiedet.

Was ist die Lebensmittelhygieneverordnung?

In Deutsch­land sind die recht­li­chen Rahmen­be­din­gungen in der bereits genannten Lebens­mit­tel­hy­gie­never­ord­nung (LMHV) sowie der tieri­schen Lebens­mit­tel­hy­gie­never­ord­nung (Tier-LMHV). In § 2 LMHV wird unter anderem auch gere­gelt, was ein leicht verderb­li­ches Lebens­mittel ist: ein Lebens­mittel, welches in mikro­bio­lo­gi­scher Hinsicht in kurzer Zeit leicht verderb­lich ist und dessen Verkehrsfä­hig­keit nur bei Einhal­tung bestimmter Tempe­ra­turen oder sons­tiger Bedin­gungen erhalten werden kann.

Über folgende Fach­kennt­nisse müssen Personen laut Lebens­mit­tel­hy­gie­never­ord­nung entspre­chend ihrer jewei­ligen Tätig­keit verfügen:

  1. Eigen­schaften und Zusam­men­set­zung des jewei­ligen Lebensmittels
  2. Hygie­ni­sche Anfor­de­rungen an die Herstel­lung und Verar­bei­tung des jewei­ligen Lebensmittels
  3. Recht­lichte Grund­lagen zum Lebensmittelrecht
  4. Waren­kon­trolle, Halt­bar­keits­prü­fung und Kennzeichnung
  5. Durch­füh­rung von betrieb­li­chen Eigen­kon­trollen und Rückverfolgbarkeit
  6. Hava­rie­plan, Krisenmanagement
  7. Hygie­ni­sche Behand­lung des jewei­ligen Lebensmittels
  8. Anfor­de­rungen an Kühlung und Lage­rung des jewei­ligen Lebensmittels
  9. Korrekter Umgang mit Lebens­mit­tel­ab­fällen, unge­nieß­baren Neben­er­zeug­nissen und anderen Abfällen
  10. Maßnahmen zur Reini­gung und Desinfektion

Die Basis für die LMHV bilden vor allem die drei folgenden Verord­nungen auf EU-Ebene:

Welche Normen und Stan­dards müssen in lebens­mit­tel­ver­ar­bei­tenden Betrieben o.ä. einge­halten werden?

In lebens­mit­tel­ver­ar­bei­te­tenden Betrieben müssen eine ganze Reihe von Normen einge­halten werden, die jeweils spezi­fi­schen Bereiche zum Gegen­stand haben. Darunter sind beispiels­weise spezi­fi­sche Normen zu Gemein­schafts­ver­pfle­gungen, Maschi­nen­typen (Kutter, Gemü­se­schäl­ma­schine, usw.) oder auch Arbeitskleidung.

Exem­pla­risch sind hier einige die Lebens­mit­tel­hy­giene betref­fende DIN-Normen aufgeführt:

  • DIN 10505 – Anfor­de­rungen an die lüftungs­tech­ni­sche Ausstat­tung markt­of­fener oder stra­ßen­of­fener Verkaufs­stätten, in denen vorwie­gend unver­packte Lebens­mittel ange­boten werden
  • DIN 10508 – Anfor­de­rungen an die Höchst­tem­pe­ra­turen für tief­ge­fro­rene, gefro­rene und gekühlte sowie Mindest­tem­pe­ra­turen für heiß gehal­tene Lebensmittel
  • DIN 10514 – soll im Zusam­men­hang mit der Verord­nung (EG) Nr. 852/2004 sowie der LMHV die Duch­füh­rung der Schu­lungs­maß­nahmen erleichtern
  • DIN 10516 – Einhal­tung von hygie­nisch einwand­freien Bedin­gungen beim Umgang mit Lebensmitteln

Typische Hygienelücken
in Betrieben

Im Jahr 2019 wurden über 500 Millionen Lebens­mit­tel­be­triebe von den Über­wa­chungs­be­hörden der Bundes­länder kontrolliert.

Die Bean­stan­dungen der Behörden waren dabei vor allem auf Verstöße gegen Hygie­ne­vor­schriften zurück­zu­führen, insbe­son­dere bei der allge­meinen Betriebs­hy­giene sowie dem vorhan­denen Hygie­nema­nage­ment. Poten­tiell konta­mi­nierte Lebens­mittel waren die Folge. Diese mussten nicht explizit nach­ge­wiesen werden, um eine Bean­stan­dung durch die Behörde zur Folge zu haben.

Regel­mä­ßige Schu­lungen im Umgang mit Vorschriften und Maßnahmen zur Wahrung der Hygiene in Betrieben sind daher verpflichtend.

Wer kann Hygieneschulungen durchführen?

Die Schu­lungen können durch externe Berater:innen oder durch entspre­chend geschulte Mitarbeiter:innen des eigenen Betriebs durch­ge­führt werden.

Die Hygiene-Experten:innen bei Tentamus beschäf­tigen sich ausschließ­lich und umfas­send mit ihrem jewei­ligen Fach­ge­biet und bringen daher fundierte Fach­kennt­nisse bezüg­lich des aktu­ellen Stands der Rechts­vor­schriften mit. So sind Sie stets auf dem neusten Stand der Verord­nungen und Vorschriften, und können der nächsten Über­prü­fung gelassen entgegensehen.

Lerninhalte
der Hygieneschulungen

In unseren Hygie­neschu­lungen vermit­teln wir Ihnen vorrangig folgende Inhalte:

  1. Grund­lagen der Mikrobiologie
  2. Kennen­lernen der wich­tigsten grund­le­genden gesetz­li­chen Anforderungen
  3. Die Gute Hygie­ne­praxis anhand des Waren­flusses (Waren­ein­gang, Vorbe­rei­tung, Produk­tion, Ausgabe, Verteilung)
  4. Unter­lagen, die zur Rück­ver­folg­bar­keit benö­tigt werden
  5. Perso­nal­hy­giene
  6. Reini­gung und Desinfektion
  7. Präven­tion und Reak­tion bei Schädlingen
  8. Folge­be­leh­rung nach § 43 Absatz 4 Infektionsschutzgesetz

Die Schu­lung entspricht den Anfor­de­rungen einer Folge­be­leh­rung § 43 Infek­ti­ons­schutz­ge­setz. Nach erfolg­rei­cher Teil­nahme erhalten die Schulungsteilnehmer:innen eine Beschei­ni­gung, die als Doku­men­ta­tion genutzt werden kann.

Weitere Inhalte ergänzen wir gerne auf Anfrage oder erstellen ein auf Sie abge­stimmtes betriebs­spe­zi­fi­sches Schulungsprogramm.

Ablauf der Hygieneschulungen

Egal ob bei Ihnen vor Ort, in unseren Schu­lungs­räumen oder online – Sie können den Schu­lungsort selbst bestimmen. Wir bieten Ihnen indi­vi­duell auf die Bedürf­nisse Ihres Unter­neh­mens zuge­schnit­tene Schu­lungen an.

Unsere Experten:innen gehen gerne persön­lich auf Sie und die Gege­ben­heiten Ihrer Betriebs­stätte ein.

Wie oft müssen die Schulungen durchgeführt werden?

Bei der Aufnahme einer Tätig­keit oder eines neuen Aufga­ben­ge­bietes muss zunächst eine Erst­be­leh­rung statt­finden (falls keine entspre­chenden für das Aufga­ben­ge­biet rele­vanten Fach­kennt­nisse nach­ge­wiesen werden können).

Danach müssen Folge­be­leh­rungen in regel­mä­ßigen Abständen erfolgen, mindes­tens jedoch alle zwei Jahre. Diese sind notwendig, um das Personal konti­nu­ier­lich auf den aktu­ellsten Wissens­stand der Rechts­grund­lagen zu halten. Zudem führen die regel­mä­ßigen Auffri­schungen dazu, dass die vorhan­denen Kennt­nisse nicht in Verges­sen­heit geraten. Nur so kann dauer­haft ein lücken­loses Quali­täts­ma­nage­ment sicher­ge­stellt werden.

Können die Schulungen online durchgeführt werden?

Die Schu­lungen können auch ganz bequem online durch­ge­führt werden. Die praxis­ori­en­tierten und kosten­güns­tigen Schu­lungen stehen Ihnen jeder­zeit orts­un­ab­hängig zur Verfü­gung. Dadurch entfällt für Sie und Ihre Mitarbeiter:innen gege­ben­falls die An- und Abfahrts­zeit zur Schu­lung. Somit werden perso­nelle als auch finan­zi­elle Ressourcen eingespart.

Übersicht der
Standorte für Hygieneschulungen

Folgende Stand­orte der Tentamus Group bieten Hygie­neschu­lungen in Deutsch­land an:

Ihr Datenschutz ist uns wichtig
Wir benutzen auf unserer Website Cookies. Einige sind essenziell, während andere uns helfen, ihre Nutzererfahrung zu verbessern.
Datenschutzeinstellungen
Statistiken
Wir benutzen diese Technologien um die Nutzung dieser Website zu analysieren.
Kunden-Interaktion
Diese Technologien erlauben es Ihnen, uns über diese Website zu kontaktieren, z.B. über die Chat-Funktion.
Essenziell
Diese Technologien sind erforderlich, um die Kernfunktionalität der Website zu aktivieren.